Das Interview ist am 27.08.2010 in Schleiz entstanden. Kurz nachdem die Jungs ihre Show gespielt hatten, haben wir uns in den gemütlichen Backstage Bereich zurück gezogen und ausführlich über alles Mögliche gesabbelt. Ihr bekommt hier leider nur eine stark gekürzte Fassung des wirklich ausführlichen Gesprächs zu lesen. In Originallänge wäre es ein Roman geworden. Und Michael wird wohl immer noch froh sein, dass es kein Videointerview war.
Moin. Sagt mal ein paar Worte zur Geschichte der Band. Wer gehört zu SI, wie seid ihr auf die Idee gekommen. Seit wann…den ganzen Standardkram.
Michael: Ich bin das Vokular und wurde genötigt hier zu singen.
Thomas: Ich wurde 2006 gecastet und spiele Gitarre.
Toni: Ich bin Toni und spiele Schlagzeug.
Christian: Ich wurde auch gecastet für die Gitarre.
Thomas: Dann ham wir noch Uffta am Bass. Die Band wurde Ende 2003 gegründet und irgendwie machen wir immer noch diesen Quatsch.
Was bedeutet euch euer Bandname und was soll er uns sagen?
M: Der Bandname stammt von unserem alten Bassisten, der aus beruflichen Gründen ausgestiegen ist.
To: Eigentlich wollten wir uns erst „The Higher Taste“ nennen. Aber irgendwie dachten wir dann das das nicht ganz so gut klingt und deswegen ham wir uns „Something Inside“ genannt. Beides sind ja Songs von The First Step und von denen waren wir ja sowieso beeinflusst. Wenn man das jetzt reflektiert, dann passt das eigentlich richtig gut. Sowas in sich tragendes.
Th: Im Laufe der Jahre macht es eigentlich immer mehr Sinn.
To: Ja, am Anfang war es einfach nur nen Name. Am Ende ist jetzt viel viel mehr draus geworden als einfach nur nen Name.
Ihr spielt nen ziemlich coolen Youth Crew HC und habt euch meiner Meinung nach von Output zu Output gesteigert. Seht ihr das ähnlich? Seid ihr mit dem aktuellen Werk „Heart and Soul“ zufrieden?
M: Auf alle Fälle. Für uns war das eigentlich der logische Schritt nach „Lionheart“. Als Band sagt man ja immer, dass das aktuelle Release das Beste ist. Aber bei uns ist es wirklich so. Schlimm eigentlich, oder?! Aber das sagen auch alle Leute mit denen ich über „Heart and Soul“ gesprochen habe.
Th: Es ist ne sehr persönliche Platte. Sie spiegelt uns einfach wieder. Sie ist einfach authentisch und ehrlich.
Habt ihr beim „Erstellen“ des Albums was anders gemacht als früher? Oder habt ihr „Rituale“ die beim Arbeiten an neuen Songs, neuen Alben immer wieder greifen?
M: Wir sind in Proberaum gegangen und haben angefangen zu schreiben und irgendwann waren wir dann einfach fertig.
Th: Naja, nen bisschen mehr war‘s schon. Die Platte ist eigentlich ziemlich chaotisch entstanden. Und in ziemlich kurzer Zeit. Der Großteil lief innerhalb von vier Wochen. Wir haben in drei bis vier Sessions zusammen gejamt und dann sind wir mit den Ideen in den Proberaum und dann kam eins zum anderen.
M: Texttechnisch ist es die persönlichste Platte. Die Probleme die wir in der Zeit hatten, habe ich in den Texten verarbeitet.
Th: Sicherlich ist „Heart and Soul“ auch das abwechslungsreichste Album von uns. Es ist facettenreicher als alles was wir vorher gemacht haben.
Wer zeichnet bei euch für Text und Musik verantwortlich?
Th: Die Texte schreibt bis auf wenige Ausnahmen Michael und die Musik ich. Wobei jeder in der Band da seinen Input hat.
To: Den Text zu „Suffer & Care“ hab ich geschrieben. Beeinflusst von Offsprings „Self Esteem“. Da es ne ziemlich schwere Zeit für uns alle war, hat die Zeile „the more you suffer, the more it shows you really care“ gut gepasst.
Th: Mit andern Worten, die Platte ist über Frauen. [Gelächter]
M: Ein Song ist über Frauen.
Th: Naja….das schöne bei uns ist ja, dass es Platz zum „Reindenken“ gibt. [lacht]
Warum darf ein gutes HC-Lied nicht länger als 2min sein?
C: Wenn ein Song länger als zwei Minuten ist, wird er ja schon chartverdächtig. Und das wollen wir ja nicht.
Th: Ja, da könnte ja der Erfolg zu groß werden. [alle lachen]
To: Außerdem sind die besten Hardcore-Songs wirklich nicht länger als 2 Minuten.
M: In der Kürze liegt die Würze.
Alle eure Outputs sind bei Farewell Records erschienen. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass ihr nicht nur musikalisch sondern auch labeltechnisch unterwegs seid?
Th: Ja. Prinzipiell war es einfach nur ne Idee aus der Not ne Tugend zu machen. Wir hatten kein Label am Start und es kam auch kein Label auf uns zu. Und dann haben wir uns gedacht: releasen wir uns selbst. Gründen wir halt nen Pseudolabel namens Farewell Records. Ist eigentlich nur damit auf der Platte da irgendwas drauf steht. War ne Idee von unserem alten Gitarristen und mir und irgendwie sind wir dabei geblieben. Sozusagen unser eigenes Label. Hardcorebands brauchen eigentlich auch kein Label. Da weißt du dann wofür du arbeitest, was du hast, was du machst. Du brauchst nicht irgend nem Label Geld in Arsch stecken.
Auf Farewell Records sind einige Bands aus Senftenberg, eurer Heimatstadt. Das klingt nach einer lebendigen Szene in der brandenburgischen Provinz?!
M: Senftenberg hatte mal ne wirklich gute Szene gehabt. Aber dadurch dass wir alle älter geworden sind und die ganzen Umstände hat sich das so ein bisschen verteilt.
Th: Meistens hast du dann so eine Inzucht wie bei jeder Amiband, dass viele Bandmemebers auch bei anderen Bands spielen. Wir alle haben auch bei The Truth gespielt. Micha spielt noch bei Built on Trust.
To: Ich glaube wenn wir alle zusammen kommen, auch mit denen die noch so drum herum sind, Senftenberg war ja eigentlich immer nur so ein Sammelbegriff, kommen wir trotzdem noch auf ne Stärke die nicht jede andere Stadt hat.
Th: In Senftenberg selbst gibt’s aber eigentlich nicht mehr ne Szene. Unsere eigenen Leute, das ist ne kleine Gruppe von 10-15 Leuten, wenn überhaupt. Mittlerweile zählen ja auch viele zu Senftenberg die von außerhalb kommen. Sachsen zum Beispiel. Wir leben ja auch mittlerweile alle getrennt. Es lebt ja, meist aus beruflichen Gründen, kaum noch einer in Senftenberg. Micha und ich sind die einzigen beiden. Chris wohnt hauptsächlich in Erlangen. Toni in Cottbus. Aber Senftenberg ist halt unsere Heimat.
Gibt’s in Senftenberg nen guten Club in dem man Shows veranstalten kann?
M: Gab es mal. Wir hatten echt nen guten Club wo gute Bands gespielt haben. Aber mittlerweile gibt’s keine Location mehr oder die wollen tierisch viel Kohle haben und deswegen gibt’s die Option leider nicht mehr.
Th: Wir haben es mal versucht Shows zu veranstalten und hatten auch nen paar gute Bands am Start wie zum Beispiel Have Hart oder Modern Life Is War. Damals, so Mitte der 90er war die Szene aber auch groß.
C: Das ging dann so bis 2000/2002. Dann haben sich nen paar alte Bands aufgelöst wie Daybreak. Und dann kamen neue Bands wie Built On Trust oder eben wie.
In „Love Song“ äußert ihr eure Liebe zu Straight Edge. Was bedeutet euch der Lebensstil und wie seid ihr dazu gekommen Edge zu leben?
Th: Ich wollt nur in der Band sein. [alle lachen]
M: Ich bin mit 15 das erste Mal mit Straight Edge in Berührung gekommen. Und wie ich im Song geschrieben habe, war es meine erste große Liebe und es wird auch meine letzte sein.
Th: In jungen Jahren war Straight Edge noch sowas wie ein komplett neuer und eigner Lebensstil. Es war was Neues. Was halt nicht jeder war.
M: Es war was völlig Anderes. Die Musik. Der Lebensstil. Wenn ich jetzt zum Beispiel meine Eltern sehe, ich liebe meine Eltern über alles, aber diesen Trott den sie leben. Da fühlt man sich ja wie im Käfig. Arbeiten gehen, nach Hause kommen, arbeiten gehen, wie so eine Art Parallelwelt. Wir waren damals moderne Punks.
To: Wenn man jetzt schon so viele Jahre straight lebt wie Micha oder ich das machen, dann geht das schon manchmal so ein bisschen unter. Aber letztens erst bin ich durch die Straßen gelaufen und habe einen Song von Down To Nothing gehört und ich war stärker den je. Einfach nur durch den Song, gepackt in eine Minute und zwanzig und ich wusste das ist der Weg. Und das wird für immer mein Weg bleiben. Wenn ich jetzt zurück denke, was hätte ich denn früher für Mist gebaut wenn ich nicht den klaren Kopf gehabt hätte? Wir haben ja so schon genug Kacke angestellt.
Th: Das klingt jetzt aber schon alles sehr klischeehaft.
To: Wenn du Straight Edge lebst musst du ja auch nachdenken, weil du dich nicht verstecken kannst. Wie oft hörst du von Leuten die Mist bauen: „Hey ich war halt besoffen.“ Heutzutage kannst du ja sogar Menschen umbringen und hast ein Stück weit ne Rechtfertigung wenn du besoffen warst.
Th: Im Laufe der Jahre wird das aber auch normal so zu leben. Ich denk darüber überhaupt nicht mehr so richtig nach. Früher hat man gesagt: „Oh, ich bin Straight Edge!!“ Und dann hast du dir auf Konzerten die größten X von allen auf die Hand gemalt. Und heute ist es normal.
Ihr unterstützt ihr ein Fleischfreies Leben. Allerdings sagt ihr Go Vegetarian und nicht Go Vegan. Einige Veganer sehen Vegetarier als moralische Heuchler bzw. als Menschen die auf dem halben Weg zu „Wahrheit“ stehen geblieben sind. Was entgegnet ihr solchen Aussagen.
M: Rein vom Moralischen her haben die Veganer recht. Es gibt einfach keine Rechtfertigung Tierprodukte zu essen. Man braucht sie ja eigentlich nicht. Aber irgendwie bin ich auch nen stinkend faules Schwein mich in der Hinsicht weiter zu entwickeln.
Th: Es ist auch sauschwer 100% vegan zu leben.
To: Es sollte diesen Kampf nicht geben. Man steht ja schon zusammen auf einer Seite. Warum sollte man das Ganze jetzt wieder aufsplitten? Besser sollten wir zusammen gehen und zusammenhalten und uns Gedanken machen und gegen das vor gehen was wir alle zusammen als Unrecht ansehen. Anstelle sich wieder zu spalten.
Th: Das ist aber das allgemeine Problem dieser Hardcore Szene. Den kleinsten gemeinsamen Nenner mit jedem zu finden.
M: Vegetarismus ist sehr sehr wichtig für uns. Das war auch mit ein Grund die Band zu gründen. Wir haben das Thema ja auch in einigen Songs verarbeitet und mir ist es wichtig dass die Message transportiert wird.
C: Das ist einfach für jeden von uns der Weg und wir versuchen das rüber zu bringen.
Th: Wir sind in Tierrechtsfragen vielleicht nicht die aktivste Band, dass wir jetzt sagen wir gehen auf Demos und sowas. Aber Vegetarismus ist halt unser Statement.
Ihr habt nen Shirt auf dem nen Nike Air Max abgebildet ist. Wie wichtig sind euch Style und Fashion? Was haltet ihr von dem Ausspruch „Passion before Fashion“?
M: H2O…cool.
To: Da ham wir schon wieder das Problem. Jetzt macht sich die Szene Gedanken darüber was der ein oder andere an hat. Anstelle sich sinnvolle Gedanken zu machen. Um auf das Shirt jetzt zu kommen. Wir wurden permanent angepisst wegen unseren Nike Schuhen. Also was ist die beste Antwort darauf? Machst nen T-Shirt, druckst nen riesen großen Nike Schuh drauf und schreibst hinten drauf: „Fuck you! We have enough friends!“ Ist ja so. Wir haben genug Freunde und ich will mich nicht anpissen lassen wegen den Schuhen die ich trage. Als nächstes komm ich im Kartoffelsack. Dann sagen alle „Oh. Nen Kartoffelsack…“ Da bist dann gleich wieder nen Hippie oder sowas. Und genau das ist das Problem.
Th: Das zeigt die eigene Oberflächlichkeit von manchen Leuten. Mir fällt es nicht mal auf ob jemand Nike Schuhe trägt oder was für Schuhe er überhaupt trägt.
M: Das ist genau das gleiche, das uns die Leute vorwerfen das wir elitär wären. Weil wir in einer Gruppe auftreten. Wenn ich jetzt aber 200km zu ner Show fahre, soll ich da alleine hin fahren, mich in die Ecke stellen und heulen? Ich fahr halt mit meinen Freunden zu den Konzerten. Dann regt sich wieder jemand drüber auf, dass wir elitär wären. Hallo???
To: Du merkst jetzt ja selbst. Wir sitzen hier und können abfeiern, labern, hätten tausend Themen. Ernste und Lustige. Die Leute gehen aber nicht auf uns zu. Die sehen ne Gruppe von sieben, acht bis zwanzig Mann die zusammen zum Konzert fahren und anstelle das sie ankommen und sich daneben stellen und sagen: „Hi ich bin der und der…“ und sich da irgendwie mit ein bringen sagen sie dann lieber: „Ähh…die Leute von Something Inside sind arrogant.“
Th: Und warum soll ich nur weil ich ner Band spiele auf die Leute zuerst zu gehen? Wir sind einfach nur ne Band. Wir sind einfach nur da. Wir sind nichts Besonderes.
M: Wir sind das kleinste Glied in der Kette.
C: Dadurch das wir auf der Bühne stehen, ne Band sind und ne Message rüber bringen machen wir uns ja auch angreifbar. Und nen paar Leute nutzen das auch schamlos aus. Anstatt einfach nur ne gute Zeit zu haben.
Th: In ner gewissen Art und Weise sind wir auch alle viel zu schüchtern den ersten Schritt zu machen und auf die Leute zu zugehen.
M: Schüchternheit wird aber auch schnell mit Arroganz verwechselt.
Die Textzeile „You consume the music but a message stays behind“ aus dem Song „What it means“ beschäftigt sich mit der Oberflächlichkeit in der HC Szene. Offensichtlich habt ihr mit oberflächlichen Zeitgenossen, die sich nicht die Zeit nehmen eure Lyrics zu lesen, so eure Problemchen!?
M: Genau. Das ist es was ich bei vielen Kids einfach nur traurig finde. Da wird sich die Musik reingezogen und gesagt: „Boah das klingt geil. Das ist nen geiler Moshpart.“ Aber was will die Band eigentlich von mir? Was singt der Sänger? Was will der mir sagen? Vielleicht finde ich das ja scheiße?! Diese Fragen stellen sich die Kids nicht.
Th: Das Trendhopping ist auch ganz schlimm. Vor nen paar Jahren war Old School total cool. Da wurde Old School abgefeiert. Da standen hunderttausend Leute vor der Bühne.
In einigen Songs (z.B.: „Where the Heart is“) beschreibt ihr, dass wir das Leben und unser Glück nicht würdigen oder nicht genügend würdigen.
M: Ja…es ist ja auch so. Das sieht ja jeder in seiner näheren Umgebung. Ich sehe es zum Beispiel bei mir auf Arbeit. Da geht es immer darum, wie kann ich mehr Geld scheffeln als ich eigentlich gebrauchen kann. Anstatt das man sich die Frage stellt: „Bin ich dann glücklich wenn ich soviel habe?“ Klar bin ich dann irgendwie auf der sicheren Seite. Aber darum geht es doch nicht. Es macht dich doch nicht glücklich. Die Leute bilden sich ein das sie das Materielle glücklich macht. Aber im Endeffekt muss doch jeder für sich selbst rausfinden was ihn glücklich macht. Und das sollst du dann leben, das ist eigentlich was der Song sagen soll.
Th: Mach das was dir Spaß macht.
So jetzt hab ich noch ne schöne Klischeefrage. Positive Outlook oder Toughguy…was passt besser zu euch? Oder geht vielleicht beides zusammen?
[erst mal Gelächter]
Th: Toughguy!
To: Positive Outlook!!!!!!
C: Positive!!!
M: Ich bin einfach nur Working Class. Der einzige in der Band der wirklich Working Class ist.
To: Hey, ich arbeite auch.
M: Ja klar. Gib dem Ding mal keinen Spitznamen. [wieder mal Gelächter]
Existiert ein Unterschied zwischen Shows in den Neuen und Shows in den alten Bundesländern?
C: Also für uns auf alle Fälle.
Th: Für uns sind die Shows im Osten tausendmal besser als die im Westen. Ich glaube einfach es gibt im Westen nen paar Vorbehalte uns gegenüber.
C: Du kommst irgendwo hin und da haben 30 Leute erst mal tausend Vorurteile uns gegenüber. Und diese Vorurteile müssen wir erst mal bekämpfen.
Was haltet ihr von der seit längeren anhaltenden Beatdown Welle in der HC-Szene?
To: Beatdown…Suka Punch..Hamburg!!!!!!
[und mal wieder lachen alle]
U: Hab ich mich eigentlich noch nicht richtig mit auseinander gesetzt. Außer mit Suka Punch. Aber ich geh davon aus, dass der Großteil davon relativ stumpfes Zeug ist.
M: Aber das Ding ist ja auch. Wenn ich das Publikum sehe. Solche Musik ist ja auch für solche Leute gemacht.
Th: Wie so eine Parallelszene.
M: Ich war noch nie auf ner Beatdown Show. Außer auf ner Suka Punch Show.
C: Oder wenn wir auf ner Beatdown Show gespielt haben. Wie im Saarland.
M: Ja okay. Da war das Publikum Beatdown und die haben trotzdem abgemosht.
Th: Wir haben unser Zeug aber auch extra langsam gespielt.
Wie ist eure Meinung zu Reunion Shows von Szenegrößen? Zum Beispiel die anstehende Tour von Youth Of Today zusammen mit den Spermbirds?
Th: Find ich geil. Außer sowas wie letztes Jahr Bringing It Down. So ein zusammen gewürfelter Haufen. Das war ganz großer Quatsch.
M:Ich bin jetzt ja nen kleines Stück älter und hab ja vielleicht ein oder zwei von den Bands früher schon gesehen. Aber für die Kids heutzutage finde ich es gut. Weil die dann mal sehen wo Hardcore herkommt.
To: Aber ich hab Minor Threat auch nicht live gesehen und weiß trotzdem wo Hardcore herkommt.
Im Internet kursieren Gerüchte darüber, dass ihr angeblich Kontakt zu Nazis habt bzw. sogar rechtsoffen seid. Da das im krassen Widerspruch zu euren Texten steht, drängt sich mir die Frage auf was da dran ist bzw. ob ihr ne Ahnung habt warum solche Gerüchte über euch kursieren?
Th: Das Thema sehen wir sehr selbstkritisch. Um kurz auszuholen, ein langjähriger Freund ist nach und nach in solche Kreise abgerutscht. Was viele „Freunde“ dabei vernachlässigen ist der Fakt das der Kontakt zur „Resozialisierung“ gilt, und meiner Meinung nach auch Gesten manchmal mehr zählen als nur Worte. Manche Leute brauchen vielleicht mehrmals eine helfende Hand damit es irgendwann „Klick“ macht um zu realisieren welchen falschen Weg sie gerade gehen – einen anderen und besseren Weg aber aufgezeigt bekommen. Das kann man auf viele Lebensprobleme übertragen, in einer Freundschaft gibt’s nun mal nicht nur Sonnentage. Wann Hopfen und Malz verloren ist, sollte auch keiner per Ferndiagnose im Internet abschätzen können. Dass wir als Band, für nur eine Person, in diesem expliziten Fall auch mal Scheiße fressen müssen, ist uns klar. Was eigentlich ja auch wieder gut ist, dass die „Kids“ sich damit auseinandersetzen und Sachen hinterfragen. Die Art und Weise lässt halt nur zu wünschen übrig. Fakt ist, dass keiner von uns Nazi ist, damit sympathisiert oder rechtsoffen ist da sonst Something Inside nicht existieren könnte. Den Rest machen irgendwelche Leute aus uns. Warum auch immer…
Eure Pläne für die Zukunft?
M: Haben wir uns eigentlich noch nicht so richtig Gedanken drüber gemacht.
C: Naja, wir hatten jetzt im Mai ja ne dreiwöchige Tour und haben ja die zweite LP erst im März releast.
Th: Vielleicht kommt noch ne Tour.
DANKE für eure Zeit!!!
U: Wir bedanken uns. Und beim nächsten Interview geben wir dann nur Antworten im Amistyle. Immer nur ein Satz.
To: Können wir doch jetzt noch machen. Wir können ja nochmal anfangen.

SOMETHING INSIDE – HEART & SOUL LP/CD (Farewell Records/Dead Serious 2010)
Die Band selbst bezeichnet dieses Album als den logischen Schritt nach „Lionheart”. Besser hätte ich das nicht formulieren können. Auch ich bin der Meinung das „Heart & Soul“ das beste Output von Something Inside ist. Die Songs klingen ausgereifter und abwechslungsreicher ohne dabei gezwungen oder aufgesetzt zu wirken. Die Marschrichtung bleibt nach wie vor bestehen. Sie heißt klar und eindeutig: Youth Crew aus Deutschland im Jahr 2010. Authentischer kann das kaum klingen. www.myspace.com/somethinginside